WAS WENN...

WAS WENN...

Sie kamen aus Poznań. Zwillinge: Ola und Ala im Alter von fünf Jahren. Sie haben sofort eine der Matrosenhütten annektiert. Ola stürmte in meine Rezeption: - Hast du einen Besen? - Ich habe einen. - Hast du einen Besen? - Ich habe einen.

Sie kamen aus Poznań. Zwillinge: Ola und Ala im Alter von fünf Jahren. Sie haben sofort eine der Matrosenhütten annektiert. Ola stürmte in meine Rezeption:

  • Hast du einen Besen?
  • Ich habe einen.
  • Hast du einen Besen?
  • Ich habe einen. Ich habe nicht gefragt, wofür, denn es war klar, dass es um etwas sehr Wichtiges ging. Ola ging mit mir in die Abstellkammer, suchte einen roten Besen aus und bedauerte, dass ich keinen rosafarbenen hatte, denn wie du weißt, mögen große Mädchen Diamanten und kleine Mädchen lieben Rosa. Nun - rosa ist rosa, aber wenn ein Besen gebraucht wird, schaltet sogar eine Fünfjährige ihren Pragmatismus ein und nimmt sogar einen roten. Ich warf einen diskreten Blick in Richtung des Marinehauses. Natürlich der einfache Gedanke: Die müssen putzen. Aber da war nichts dergleichen. Eine seltsame Stille. Und keinerlei Putzbewegungen. Neugierde ist der erste Schritt zur Hölle, aber was für eine Hölle kann uns ein Duo von Fünfjährigen schon antun? Keine Apokalypse, also nahm ich nautische Postkarten - als Ausrede. Und vor meinen Augen erschien ein solches Bild. Drinnen in einem Häuschen an einem Tisch malt das Duo Ola & Ala wunderschöne Prinzessinnen in... rosa Kleidern.
  • Was für schöne Prinzessinnen - mir brannte das Herz.
  • Das sind keine Prinzessinnen - antwortete Ola, ohne sich zu unterbrechen, um die Kleider auszumalen, natürlich in rosa. Ich stand da wie ein Esel und dachte: - Eine Prinzessin, die aussieht wie eine Prinzessin, aber keine Prinzessin ist.... Nun, das ist noch nicht passiert ...
  • Aha ... aber ... - ich bin ein bisschen rot geworden.
  • Das ist ein Besen", sagte Ala und schaute in ihre Tüte mit Buntstiften.
  • Besen... - Ich war fassungslos, aber die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat mich gelehrt, dass der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.